Dieter K. Krewer
Dieter Krewer – Melodiegitarre, Gesang

Was ist wichtig für guten Gitarrensound? (Nachdenkliches aus der Erfahrung eines Gitarristen). Die Frage in blau ist etwa so treffend zu beantworten, wie die Frage :„Wer kam zuerst, das Huhn, oder das Ei ?!”
Meine erste Gitarre erhielt ich nach einem musikalischen Hindernisrennen. Mein Vater brachte mir das Mandolinenspiel bei, ich war etwa 10 Jahre alt.
- Zugesagt hatte es mir nicht, ich wollte Gitarre spielen………….!
Dann lernte ich Akkordeon und Klavier
- Zugesagt hatte es mir nicht, ich wollte Gitarre spielen…………!
Als nächstes kam dann ein Tenorsaxophon an die Reihe
- Zugesagt hat mir das alles nicht, ich wollte Gitarre spielen……!
Etwa mit 16 Jahren kaufte ich mir meine erste Gitarre. Es war eine Acoustic (Fabrikat unbekannt), dafür aber beschädigt. Die Saitenlage hatte man bei Robin Hoods Langbogen abgeschaut, so hatte ich nach kurzer Zeit zwar noch keine Ahnung, wie man so ein Ding bedient, dafür jedoch hing die Haut in Fetzen von meinen Fingern. Zwei Jahre später kaufte ich meine erste E-Gitarre, eine „Höfner“ mit einem Tonabnehmer. Traumhafte Saitenlage, das Ding spielte sich fast von alleine (musste es auch, ich hatte ja noch immer keinen blassen Dunst von diesem Instrument).
Mein erster Verstärker stand bereits seit geraumer Zeit in unserem Wohnzimmer, es handelte sich um ein Röhrenradio mit etwa vier Watt Leistung (für die damalige Zeit eine ganze Menge) .
Trotz längerer Suche fand sich in meinem „Dunstkreis“ kein Gitarrenspieler, bei dem ich etwas hätte abkupfern können. Doch, Not macht erfinderisch : Ich erinnerte mich an meine „andressierten“ Fähigkeiten auf dem Klavier und versuchte, die dort für mich „spielbaren“ Akkorde auf selbstgemalte Skizzen des Gitarren-Griffbrettes zu übertragen. So entwickelte ich ohne jeglichen finanziellen Einsatz meine eigenen Grifftabellen, mit dem Vorteil, dass sie sich tief ins Gedächnis eingruben. Nach einigen Jahren hatte ich Ambitionen, meine Fähigkeiten in eine Band einzubringen und somit einem größeren Publikum als der zunehmend genervten Familie, vorzutragen.
Dort begann dann auch meine Not…………………
Jeder hielt mir einen Vortrag, dass eine solche „Anfängergitarre“, zumal auch noch über ein Radio gespielt, wirklich nicht geeignet ist, sich im Bandgefüge durchzusetzen. Gesagt, getan, ich stürzte mich in Unkosten und kaufte meinen ersten Kofferverstärker. Stolze 18 Watt Leistung, zwei drehbare Knöpfe (Lautstärke und Tonblende), ein Lautsprecher 8“. Diese Konfiguration hielt etwa zwei Jahre mich und den Spott meiner Musikfreunde aus, dann kam die große Zeit der Shadows, Spotnicks, Ventures……., und später der Beatles !
Neues Equipment musste her !
Ich stieg generell um auf die “Nobelmarke“ Fender, kaufte mir einen Dual Showman Verstärker sowie eine Jazzmaster Gitarre. Ohne dass ich nur um ein Jota besser geworden bin, wurde mir ab sofort uneingeschränkte Bewunderung zuteil ! Nach weiteren zwei Jahren stieg ich um auf die andere „Nobelmarke“ Gibson, etwa mit gleichem Ergebnis. Längst traute ich mich nicht mehr, ein Instrument deutscher Herkunft (Höfner, Framus, Hopf, etc.….) auch nur in Erwägung zu ziehen.
Inzwischen, mehr als 30 Jahre später, müssen es noch immer Nobelgitarren und Bässe sein, jedoch mehr aus Gewohnheit. Ebenfalls die Verstärker haben inzwischen „gelernt“, den Gitarristen zu entlasten, und bieten digitale Effekte ohne Ende…..
Im Zusammenspiel mit den Old Guitar Strings habe ich jedoch eine völlig neue Erfahrung machen dürfen:
„LESS IS MORE“ !!!
Seither verlasse ich mich zwar noch immer auf das unvergleichliche Spielgefühl, wie es nur ein gutes Instrument vermitteln kann. Wichtiger jedoch ist die Erkenntnis, dass das wichtigste Instrument funktionieren muss:
die eigenen Finger !!!
Technische Effekte werden seither nur noch spärlich, gezielt und gesamtsoundverträglich eingesetzt. Wir machen wieder Musik, mit Herz, Hand, Ohr, und dem, was die Musik aus allen Kunstrichtungen hervorhebt: