Wolfgang Ettig
Begonnen hat alles mit einer Wandergitarre und den ersten Songs am Lagerfeuer. Die Initialzündung zur Gründung einer Band kam jedoch, als ich durch Zufall, zusammen mit einigen Freunden, den Proben einer „erprobten” Kellerband beiwohnen durfte. Musik machen wie die Großen – im eigenen Proberaum, …. Phantastisch! Der Gedanke ließ uns nicht mehr los, 1970 war es dann soweit. Die Band „Wo-Wo-Pe-Si” erblickte das Licht der Bühnenwelt. Auf einer „Hertiecaster” und einem Verstärker, der von außen mehr versprach als die Lautstärke letztendlich hergab, stürzten wir uns ins provinzielle „Showbiz”.

Wo-Wo-Pe-Si (1972)
Anfang der 70er tingelte die Band mit Gem-Orgel, Framus-Gitarren, Echolette- und Schallerverstäkern für 400,00 DM Gage pro Abend im Rüschenhemd durch die diversen Tanzlokale.

Wo-Wo-Pe-Si (1974)
Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre fand ich mich dann in einer Tanz- und Showband mit dem Namen „Rhein-Main-Combo” wieder. Wir bespielten kleine und größere Veranstaltungen in der Region.

Rhein-Main-Combo (1978)
Doch wie das Leben so spielt, Beruf, Privates und Hobby sind in jungen Jahren nicht immer kompatibel und gehen of seltsame Wege. So kam ich dann nach längerer Pause auch erst 1997 wieder zur Musik und zwar in einem Trio, das sich „Men in Black” nannte. Gecovert wurde alles, was gerade up-to-date war, aber auch eigene Stück fanden sich im Programm. In dieser Zeit entstand die erste Demo-CD, aufgenommen in einem professionellen Oberurseler Studio.
Jeder, der selbst Musik in einer Formation macht, weiß, dass die Halbwertzeiten von Bands oft relativ kurz sind. Es wird geprobt, geprobt und geprobt, und wenn’s dann richtig losgehen soll, steigt einer aus. Der gesamte gemeinsam angeschaffte Flitter wird verkauft und jeder schwört sich: Nie wieder!

Men in Black (1998)
Doch dabei bleibt es meistens nicht. Spätestens wenn man als Passiv-Musiker bei diversen Veranstaltungen die „Konkurrenz” auf den Brettern, die die Welt bedeuten, erlebt, möchte man es doch wieder wissen. Bandnamen wie „Mad Dox“, „Juke Box Combo“, „The Maniacs” oder „Die Finsternthaler” (bei Letzterer spiele ich noch heute) reihen sich in die musikalische Vita ein. Sogar ein mit Erfolg gekrönter Exkurs in die Welt des volkstümlichen Schlagers blieb nicht aus. Als Musiker war ich in der Begleitband von „Heiko Wolf” (Alpen-Grand-Prix Sieger 2003 und 2006 Sieger beim Großen Preis der Volksmusik) tätig, und es wurden seinerzeit gar offizielle CDs produziert.

Heiko Wolf und Band (2006)
So oder so, die Vergangenheit holt einen immer wieder ein. Im „ergrauten” Alter begann ich, aus Nostalgie, Musik-Equipment der renommierten Marke „Dynacord” aus den Endsechzigern zu sammeln. Daraus entstand der Gedanke, eine Beatband mit dem Sound, dem Outfit und dem Equipment jener Epoche zu gründen. Die Formation „Beat-Up“, später in „The Steady-Beats” umbenannt, war geboren. Doch Musiker, die „ollen” Beat auf „ollen” Verstärkern spielen sollen, finden sich nur sehr schwer. So kamen und gingen Tonkünstler jeglicher Couleur, und das anfänglich euphorisch begonnene Konzept schleppte sich mehr schlecht als recht durch zwei Jahreszeiten, bis es Mitte 2009 endgültig verstarb und begraben wurde. …..In solchen Augenblicken schwört man sich: Nie wieder!

Dynacord-Sammlung 2009

Aber die Musiker-Welt dreht sich Gott sei Dank weiter, so finde ich mich heute als Bassist, zusammen mit den fabelhaften Kollegen Peter, Dieter und Rolf in der Formation „Old Guitar Strings” wieder. Wir setzen mit Spaß an der Sache eine Musikrichtung um, die zwar ihr Potential aus der Vergangenheit schöpft, dem ungeachtet aber absolut zeitlos ist. Rock’n Roll, Country und Gitarren-Instrumentals. Es scheint, dass ich diese Mischung lange Zeit gesucht und nun gefunden habe,
….back to the roots!